Nr. 6 von 10…

…Dingen, die ich im Vikariat gelernt habe: Manchmal müssen Angebot und Nachfrage einander erst noch vorgestellt werden.

Grundsätzlich ist man ja bei Kirchens sehr zurückhaltend mit marktwirtschaftlichem Denken. Es gibt Pfarrer, die schon bei den Begriffen Angebot und Nachfrage zusammenzucken. Aus Respekt? Weil sie befürchten, vor lauter Marketingstrategien Gottes Wirken den Raum zu nehmen? Weil sie ahnen, dass ein bisschen Werbung nicht schaden wird? Weil sie Sorge haben, das Wesentliche aus den Augen zu verlieren? All dem kann man vorbeugen.

Im Vikariat habe ich gelernt, dass sich ein bisschen Nachdenken (es muss ja nicht gleich eine eigene statistische Erhebung sein!) über Angebote und Nachfragen lohnt. Dafür muss man kein Marketingexperte sein und man kann außerdem getrost Begriffe wie Marktpreis, Dienstleistungsunternehmen, Monopolstellung und Ähnliches vermeiden. Gesunder Menschenverstand ist (fast) alles, was man dazu braucht. Es lohnt sich, wenn man sich fragt, wen wir eigentlich erreichen wollen und wen wir tatsächlich erreichen; was von uns gefordert wird und was wir fördern. Man erspart sich und anderen damit viel Enttäuschung, weil Engagement und Ideen nicht ins Leere laufen. Und man kann die Arbeit anpassen. Damit sich „Angebote für Erwachsene“ nicht nur an Senioren richten und damit es in der Konfirmandeneltern-Arbeit nicht nur um die Jugendlichen geht. Oder damit man angemessen auf Veränderungen reagieren kann. Zum Beispiel in Zeit, Regelmäßigkeit oder Form von Veranstaltungen. Und um sich nicht hauptsächlich von den eigenen Vorstellungen, Ideen und Ansprüchen leiten zu lassen. Es bewahrt außerdem davor, überall alles und alles überall möglich machen zu wollen oder zu müssen.

Ich bin sehr gespannt auf die Gemeinden, die ich als Pfarrerin in Zukunft kennenlernen werde, auf ihre Angebote und ihre Nachfragen. Und auf Möglichkeiten, beide einander vorzustellen.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

P.S.: Das Wort „Nachfrage“ inspiriert mich gerade nochmal ganz neu. Deshalb werde ich mich nächste Woche (morgen ist Blog-frei) mal damit beschäftigen, was in Kirchengemeinden wirklich gefragt wird. Also auf welche Fragen Menschen eine Antwort suchen. Dann in der Nr. 7 von 10. Man liest sich!

Nr. 5 von 10…

…Dingen, die ich im Vikariat gelernt habe: Erst wenn du drin bist, weißt du, worauf du dich eingelassen hast.

Bei meiner Entscheidung für ein Theologiestudium mit dem Ziel Pfarramt spielten auf der einen Seite der Pfarrer, der mich getauft und konfirmiert hatte und auf der anderen Seite Erfahrungen in einer charismatischen Gemeinde in den Staaten eine Rolle. Beides sehr prägende Begegnungen mit Menschen. Aber wusste ich wirklich, worauf ich mich da einließ?

Beim Vorstellungsgespräch bei der Landeskirche fragte der Dezernent, wo ich mich denn in zehn Jahren als Pfarrerin sehen würde – im Nachhinein finde ich die Frage etwas merkwürdig, schließlich war ich erst im zweiten Semester oder so und gerade intensiv mit Griechisch-Vokabeln beschäftigt und mit dem Eindruck, dass Studieren doch ein bisschen so wie Schule ist, nur in freiwillig…aber gut. Er fragt diese Frage. Meine Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen und ohne mit der Wimper zu zucken: „Ich predige. Und ich taufe.“ Ja, was denn sonst?!, habe ich mir insgeheim gedacht. Womit sonst hätte ich die Bilder meiner beruflichen Zukunft malen sollen, wenn nicht mit Farben aus der Gegenwart? Der Dezernent war offensichtlich zufrieden und zitierte daraufhin noch eine Bibelstelle (an die ich mich nicht erinnere), die das seiner Meinung nach noch besonders gut deutlich machte. Und so machte ich hinter die Frage Bin ich hier eigentlich richtig? erstmal einen dicken Haken: Ja!

In den nächsten Jahren, in Studium und Praxis, habe ich versucht, meinem ursprünglichen Pfarrbild gerecht zu werden oder ihm zumindest näher zu kommen, es Wirklichkeit werden zu lassen. Es sollte doch kein Luftschloss sein?

Lange Rede, kurzer Sinn: Erst im Vikariat habe ich den richtigen Eindruck bekommen, worauf ich mich eingelassen habe. Habe erfahren, dass ich mit ganzer Begeisterung bei der Sache sein kann und es trotzdem Aufgaben oder Arbeitsbereiche gibt, bei denen ich sie nicht aufbringen kann. Weil mir das Talent fehlt oder die Ausbildung oder einfach nur die Erfahrung. Da hilft es nur wenig, mit meinen Aufgaben zu wachsen. An manches habe ich mich noch nicht gewöhnt. Zum Beispiel an die Langsamkeit, mit der die Mühlen bei Kirchens so mahlen; an sich im Kreis drehende Diskussionen; an fehlende Zielgerichtetheit, die entweder mit einer gewissen Selbstverliebtheit oder einfach nur Bequemlichkeit einhergeht („Ist doch alles schön!“); an Vorschriften, Regeln, Verbindlichkeiten, die angeblich total wichtig sind, aber an die sich dann doch keiner hält; an das Sitzfleisch der anderen; dass die Post der Landeskirche in einem Paralleluniversum zugestellt wird; dass meine Generation angeblich ganz ganz heiß begehrter Nachwuchs ist, meiner Meinung nach aber eine Willkommens-Kultur fehlt, damit wir es auch bleiben und und und. Soweit mein Eindruck.

Dazu habe ich viele Kolleg_innen kennengelernt, die keine Zeit haben (oder sie sich nicht nehmen?), z.B. über einen Predigttext nachzudenken. Die hauptsächlich damit beschäftigt sind, ihren Dienst bei einem Maximum, nämlich bei 100% zu halten. Ich habe Gemeinden kennengelernt, die viel sparen, aber wenig haushalten; die viel reduzieren, aber wenig konzentrieren. Und ich habe eine Kirche kennengelernt, die gegen den Trend wachsen will, aber faktisch immer kleiner wird – demographischer Wandel lässt grüßen! Das sind nur einige von den Dinge, die mich wieder und wieder haben fragen lassen: Bin ich hier richtig?

Vielleicht ist es kein Zufall, dass heute, am Tag dieses Beitrags, die Ordinationstagung meiner Landeskirche stattfindet. Wo es unter anderem darum geht, wozu meine Kolleg_innen und ich uns demnächst berufen lassen werden: Die Botschaft von der freien Gnade Gottes auszurichten an alles Volk.
Hätte mich damals schon jemand über die Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt – ich hätte mich wieder so entschieden. Hier bin ich richtig. Trotz allem und genau deswegen.

P.S.: Weil predigen und taufen nicht alles ist, schreibe ich beim nächsten Mal was zu Angebot und Nachfrage, dann in der Nr. 6 von 10… Man liest sich!

Nr. 2 von 10…

…Dingen, die ich im Vikariat gelernt habe: Du bist jetzt nicht mehr nur du. Ich bin jetzt nicht mehr nur ich.

„Eine Vikarin ist eine Vikarin ist eine Vikarin.“ So ähnlich hatte ich mir das vor zweieinhalb Jahren noch vorgestellt. Aber ich wurde schnell eines Besseren belehrt. Mittlerweile weiß ich, dass der Satz nicht stimmt, nicht stimmen kann und es auch nicht soll. Und das ist gut so. Aber das brauchte seine Zeit. Wer bin ich als Vikarin? Diese Frage war mein täglicher Begleiter. Und regelmäßig gab es verschiedene Antworten, die ich einfach mal in beliebiger Reihenfolge nenne: Predigerin, Moderatorin, Organisatorin, Lehrerin, Leiterin, Frau, Auszubildende, Liturgin, Christin, Seelsorgerin und so weiter und so fort. Die meisten waren situationsabhängig. Aber eine fast nie: Repräsentantin der Institution Kirche. Und die war ich sehr oft (auch schon vor dem Vikariat, siehe hier). Denn zwischen Vikarin und Pfarrerin machen die meisten Menschen keinen Unterschied, was ich an ihrer Stelle auch tun würde, besonders weil es von außen betrachtet kaum Unterschiede gibt: Beide feiern Gottesdienste, teilen das Abendmahl aus, taufen, trauen, beerdigen und tragen bei all dem die gleiche „Uniform“, den Talar. Und so bemerken z.B. Taufeltern ganz offen: „Sie sind aber noch sehr jung für eine Pfarrerin…und Sie machen dann den Gottesdienst ganz alleine?“, worüber ich meistens schmunzeln muss.

Natürlich gibt es zwischen Vikaren und Pfarrerinnen jede Menge Unterschiede, aber die sind aus Gründen, die ich durchaus nachvollziehen kann, für die meisten Gemeindemitglieder irrelevant und deshalb uninteressant. Dinge wie Anstellungsfähigkeit, Ordinationsrechte, Stimmrechte im Presbyterium oder auf der Kreissynode und ähnliches sagen für sie nichts über die Qualitäten und Kompetenzen eines Pfarrers aus. Meistens fand ich es deshalb hilfreich, dass bei meinem Gegenüber die Unterschiede in der Regel verschwammen. Weil ich dann nicht erst meine Kompetenzen unter Beweis stellen musste. Vor allem in Gesprächen, die eine Taufe, Trauung oder Trauerfeier zum Anlass hatten, habe ich das erlebt. Eben überall da, wo meine Rolle von vorneherein klar war, z.B. auch bei Veranstaltungsplanungen, bei Sitzungen und Tagungen. Und in Gottesdiensten sowieso. Eine Vikarin ist eine Pfarrerin. Dieser Satz trifft schon viel eher zu, auch wenn er sachlich und kirchenrechtlich gesehen natürlich nicht stimmt.

Das liegt aber nicht nur an der Wahrnehmung der Gemeindemitglieder. Eine Vikarin ist eine Pfarrerin, weil beide die Institution Kirche repräsentieren. Auch da wird kein Unterschied gemacht. Wie gesagt: Repräsentantin der Kirche war ich oft. Sehr oft. Alle meine Kolleg_innen waren und sind es. Und wir machen sehr ambivalente Erfahrungen damit: Z.B. Ansprechpartner für alle erdenklichen Fragen zu sein (Warum gibt es ein Altes und ein Neues Testament? Bei Terry Pratchett habe ich gelesen, dass der Teufel ein gefallener Engel ist, stimmt das? Was passiert eigentlich nach dem Tod? Was soll ich glauben? Welche Meinung hat die Kirche zu…?), manchmal auch für gemeindeinterne Anliegen, und gelegentlich bei einem Geburtstagsbesuch vom Geburtstagskind mit einer langen Was-ich-immer-schon-über-die-Kirche-loswerden-wollte-Schimpfrede schon an der Haustür verabschiedet zu werden. Als Repräsentantin der Institution Kirche oder der Institution Gemeinde kann dir fast alles passieren. Aber nicht alles, was andere dir vortragen oder ans Herz legen, ist persönlich gemeint. Natürlich nicht. Du bist nicht irgendwer, auch nicht Frau Schulze (wenn du so heißt), sondern Frau Pfarrerin Schulze, und auf einmal ist dein Name gar nicht mehr so wichtig. Dafür musst du keinen Talar tragen.

Und so habe ich im Vikariat gelernt, Gespräche, Begegnungen, Anmerkungen und Feedback sehr differenziert wahrzunehmen – bzw. es zu versuchen, denn es ist mir nicht immer ad hoc gelungen: Spricht da gerade jemand mit mir als Privatperson, als Christin, als jemand, der sich in kirchlichen Strukturen auskennt und einen Draht zum Presbyterium hat, als Pfarrerin, als Repräsentantin einer Institution oder Gruppe? Manchmal fällt es mir schwer, etwas nicht persönlich zu nehmen. Weil ich mein Amt ja mit Person und Persönlichkeit fülle. Aber ich habe gelernt, dass nicht alles persönlich gemeint ist. Weil ich eben nicht nur Person bin.

Wenn ich also sage, dass ich im Vikariat gelernt habe, nicht alles persönlich zu nehmen, dann nehme ich trotzdem wahr, dass es im Leben einer Kirchengemeinde um persönliche Kontakte und Beziehungen geht, um persönliche Betroffenheiten und Lebensgeschichten. Das ist aber eine andere Art von Persönlichkeit und dazu werde ich an anderer Stelle (vielleicht Nr. 7 von 10?) noch etwas schreiben. Für jetzt beschäftigt mich einfach nur meine Rolle als Vikarin/Pfarrerin und das, was ich mir damit eigentlich sonst noch so angezogen habe. Wie das wirkt. Auf andere und auf mein Selbstverständnis. Dass der Satz „Ich bin Vikarin/Pfarrerin“ immer mehr heißt als das, was er wörtlich sagt.

Neulich saß ich auf einer Geburtstagsparty mit Leuten zusammen, die ich nicht kannte. Nach dem üblichen Smalltalk fragte dann jemand: Und, was machst du so? Die übliche Frage halt. Meistens kommt dann ja auch eine übliche Antwort. „Ich bin Vikarin, also Pfarrerin in der Ausbildung“, hat dann schon ziemlich überrascht. Mich auch. Weil ich wieder mal fasziniert davon war, wie sehr sich in der nächsten Stunde das Gespräch über persönliche Haltungen zur Kirche, Fragen zum Pfarrberuf, Anekdoten aus der eigenen Glaubensbiographie und überhaupt um den eigenen Glauben drehte. Weil wieder mal deutlich wurde: Als Vikarin bin ich nicht nur ich. In solchen und vielen anderen Situationen bin ich darum sehr froh.

P.S.: In der Nr. 3 von 10 Dingen, die ich im Vikariat gelernt habe, geht es um was ganz anderes.

Nr. 1 von 10…

…Dingen, die ich im Vikariat gelernt habe: Es ist toll, (viel) Feedback zu bekommen!

Im Vikariat wirst du beobachtet. Von manchen mehr, von anderen weniger. Aber von vielen mit Adleraugen und Röntgenblicken. Daran musst du dich gewöhnen: An die Aufmerksamkeit der anderen, und an die Hingabe, mit der sie dir (zurück)geben, was sie von dir bekommen haben. Den Eindruck nämlich, den ersten und zweiten und vierhundertfünfundsiebzigsten. Du musst dich auch daran gewöhnen, dass man dir nicht nur auf den Mund schaut und darauf hört, wie leidenschaftlich du das Wort Gottes predigst, sondern dass man dir besonders in der ersten Zeit auf den Kopf und die Hand schaut, so dass mitunter kuriose Rückmeldungen zur Frisur („Du hättest eine Haarspange benutzen sollen; der Schatten auf deiner Stirn hat mich irritiert…“), deinem Aussehen („…schöne Augen hat sie ja…“) oder zum Umgang mit den Abendmahlskelchen („Sie hätten aber nach vier Personen wechseln müssen, das müssen Sie doch wissen…“) auftauchen. Du musst dich dran gewöhnen, dass erstmal wenig bis keine Rückmeldung zum Inhalt der Predigt kommen. Du KANNST sich dran gewöhnen. Denn nach dem ersten Eindruck verändert sich das Feedback. Und dann macht es richtig Spaß.

Denn Feedback zu bekommen, ist richtig toll! Ob es in meinem Fall daran lag, dass meine Mentorin nach meiner ersten Predigt im Gottesdienst bei den Abkündigungen sowas sagte wie „…und denken Sie daran, dass Sie unserer Vikarin eine Rückmeldung geben – sie ist ja hier, um zu lernen“, ob es daran lag, dass die Gemeinde das gar nicht nötig hatte, weil sie sich sowieso in die Pflicht genommen sah (denn man geht hier sehr verantwortungsvoll mit dem Personal um, was ich zu schätzen gelernt habe), meine Ausbildung und mein Lernen zu fördern, oder ob es etwas ganz anderes war: Ich konnte mich zu keiner Zeit beklagen, zu wenig Feedback zu kommen. Das ist immer noch so, auch nach zweieinhalb Jahren.

Warum das so toll ist? Weil ich erlebt habe, dass Feedback tatsächlich Nahrung ist. Manchmal Fastfood zwischen Tür und Angel. Manchmal ein zäher Brocken, auf dem ich noch lange rumkaue. Manchmal bekommt es mir nicht. Und manchmal ist es einfach Soulfood. Futter für die Seele.
Die Menschen, die mir im Vikariat ihr Feedback gegeben haben, haben mich in gewisser Weise ernährt, denn von der eigenen Hand im Mund leben zu wollen und ausschließlich auf die Selbstbeobachtung angewiesen zu sein, ist in einem Dienst wie dem Pfarrdienst nicht nur unmöglich, sondern auch langweilig und zermürbend.

Natürlich hat das mit dem Feedback auch seine Schwierigkeiten, besonders das zum Gottesdienst. Manchmal bleibt es bei einem „Danke für die schöne Predigt“, ohne dass du noch mehr darüber erfährst, denn selbst wenn die Zuhörer die rhetorischen Stilmittel wahrgenommen haben, die du ach so sorgfältigst ausgewählt hattest, bedanken sie sich bestimmt nicht für deine Schreib- und Erzählkunst, sondern dafür, dass sie etwas erlebt haben, das sich nicht in Worte fassen lässt. „Gottesdienst ist eine Stunde mit Gott“, hat eine Konfirmandin mal definiert. Und ihre Freundin ergänzte: „…oder eine Stunde näher an Gott“. Gerade im Feedback zu Gottesdiensten habe ich erlebt, wie sehr da Gotteswort im Menschenwort ist und wie eng Form und Inhalt doch zusammenhängen. Und so verleitet das Feedback eben manchmal zu Fehlschlüssen.
Auch der Blumenstrauß, überreicht von erleichterten, stolzen Eltern mit einem „Danke für die schöne Konfirmation“ gibt leider keine Auskunft darüber, ob die Abendmahlseinheit im Konfi gelungen war. Das nur als Beispiele.

Feedback ist viel mehr als nur ein Dankeschön und auch mehr als ein „gefällt mir“. Das macht es ja so schwierig. Feedback zu geben (und auch, welches zu bekommen) will gelernt sein. Wie sage ich’s meinem Gegenüber richtig? So, dass es ihm und ihr zum Futter wird? Als Fastfood, zum Kauen oder Soulfood? Das will gelernt sein.

Deshalb will ich auch einfach mal allen DANKE sagen, die mich in meiner Arbeit, meinem Auftreten, meinem Handeln und Tun bereichert haben mit ihrem Feedback: Frau Meier und Herrn Schmitz und allen anderen Gemeindemitgliedern, die nicht müde werden, Rückmeldungen zu geben. Meiner Mentorin. Den Kolleginnen vor Ort. Den Leidens- und Lebensgenossen im Vikariatskurs mit ihrem hochkarätig konstruktiven Feedback. Den Dozenten. Familie und Freunden. Und alle anderen, die in keine Kategorie passen und es auch nicht sollen.

Ich hoffe, dass es nicht nur der Stempel „Ausbildung“ war, dass ich mich manchmal wie ein Feedback-Magnet gefühlt habe. Gutes (im Sinne von konstruktivem) Feedback wünsche ich allen Vikaren und Pfarrerinnen.

P.S.: Manchmal werden auch Rückmeldungen an mich gerichtet, deren erster Adressat ich dann doch nicht bin. Davon mehr in der Nr. 2 von 10 Dingen, die ich im Vikariat gelernt habe.

Ohne Worte

Es gibt sie, diese Texte, die für sich sprechen. Der folgende hängt über meinem Schreibtisch. Und über dem von so manch anderen Vikar.innen. Ob auch unsere Mentor.innen davon wissen?…

1. Ich bin dein Vikar, der dir vom Landeskirchenamt zugewiesen ist, du sollst keine anderen Vikare haben neben mir.

2. Du sollst dir kein falsches Bild von mir machen: Ich bin weder dein Knecht noch Lückenbüßer im Predigtplan. Denn ich, dein Vikar, bin ein eifernder Vikar, der deine Fehler an deinen Töchtern heimsucht bis ins dritte oder vierte Glied, aber Barmherzigkeit erweise ich an ihnen, wenn sie mich lieben.

3. Du sollst die Arbeitskraft deines Vikars nicht missbrauchen, denn er wird den nicht ungestraft lassen, der ihn mit Arbeit überlastet.

4. Gedenke des Feiertages, dass du ihn heiligst. Sechs Tage lang arbeitet dein Vikar im Predigerseminar, am siebten Tag sollst du ihn ruhen lassen.

5. Du sollst deinen Vikar in Ehren halten, auf dass du deine Pfarrstelle lange behaltest.

6. Du sollst die Motivation und Energie deines Vikars nicht abtöten.

7. Du sollst die Beziehungskiste deines Vikars sich ungestört entfalten lassen.

8. Du sollst deinen Vikar nicht die Ideen klauen.

9. Du sollst nicht falsch Zeugnis ablegen wider deinen Vikar, sondern in deinem Abschlussbericht zugeben, dass er eine Posaune Gottes ist, du hingegen nur eine Orgelpfeife.

10. Du sollst nicht begehren deines Vikars Weib, Auto, Ausbildungszeit, Morgenschlaf, Feierabend, Bierkiste, noch alles, was sein ist.

(Quelle: unbekannt)

…Gibt’s das auch in Probedienst?!