Meine Pfarrbildgalerie

Lieber noch als ins Museum gehe ich in den Zoo oder ins Kino. Und wahrscheinlich bin ich auch kein typischer Museumsbesucher. Denn die meisten Bilder erzählen für mich keine Geschichte(n), sondern etwas über mein Leben. Natürlich sehe ich mir auch gerne die van Goghs und Picassos dieser Welt an, aber die wirklich spannenden Bilder sind meiner Meinung nach eben jene, nach deren Betrachtung ich mein Stück Wirklichkeit mit anderen Augen sehe.

Lieber noch als in den Zoo oder ins Kino gehe ich in Kirchen. Gemeinden. Auch da gibt es herrlich viele Bilder zu sehen, Pfarrbilder nennt man sie dort. Der Eintritt ist immer frei und die Ausstellung eine dauerhafte. Lebenslänglich sozusagen, und sogar darüber hinaus.

Ich nehme euch mal mit auf einen virtuellen Rundgang und zeige euch meine beiden Lieblinge. Das sind nicht die, die mir am besten gefallen, sondern vielmehr die Pfarrbilder, die ich bisher am häufigsten „in echt“ gesehen habe und die mich geprägt haben.

Das erste Bild ist das Pfarrbild meiner Kindheit, also meiner Studienzeit, in der ich meine ersten Schritte Richtung pastorale Vorbilder gemacht habe. Die Farben erinnern mich an eine Zeit, in der Pfarrer noch Hirten und Herden überschaubar waren. Sieht so Nostalgie aus? Ich entdecke auch viel Gegenwärtiges in dem Bild: Kolleg_innen, die einfach für alles zuständig sind. Manche von ihnen gezwungenermaßen, andere freiwillig. Ich sehe da auch solche, die in der Kirche hauptsächlich die Erweiterung ihres Pfarrhauses bzw. Wohnzimmers bzw. Hobbykellers sehen. Solche, die nach ihrer Pensionierung die ohnehin schon großen Fußstapfen nur noch vergrößern.

Manches an diesem Bild missfällt mir so sehr, dass ich am liebsten gleich weiter gehen möchte. Und dann bleibe ich doch noch eine Weile stehen. Bis ich Schönheit darin entdecke. Ich sehe Verbindlichkeit und Kontinuität in persönlichen Beziehungen und Biographien. Und viele zufriedene Menschen. Zum Beispiel die Taufeltern, die sich gewünscht hatten, dass ich auch das zweite Kind taufe.

…und weiter geht es, den Gang entlang, geradewegs zu dem Bild, das hinten links hängt. Die anderen Bilder beachte ich gerade gar nicht. Jetzt bin ich da. Es ist ein buntes Bild. Wieder warme Farben, diesmal allerdings in einer weitaus breiteren Palette. Kaum eine Farbe des Regenbogens, die hier nicht zu sehen ist. Kaum ein Mensch, der sich nicht in diesem Bild wiederfände. Ich sehe Menschen, die zusammen sitzen, lachen, beten, essen. Es sind so viele, dass man ihre Gesichter gar nicht genau erkennen kann. Und trotzdem entsteht ein Gefühl von Zugehörigkeit. Ganz vorne ein freundliches Gesicht und eine freundliche Geste. Eine freundliche Pfarrerin. Freundlich ist auch der Titel: Einladend. Hier muss ich mich immer wundern. Denn das hat was von performativem Gemeindeaufbau – falls es den überhaupt gibt: Was gesagt ist, wird Wirklichkeit. Jetzt weiß ich auch, warum sich bei mir bei diesem Bild manchmal Überforderung ins Wohlsein mischt. Ich bin mir noch nicht so sicher, ob es mir so wirklich gefällt. Und ob ich als Pfarrerin wirklich Nachbarin sein möchte…

Im Museumsshop blättere ich nach jedem Besuch im Ausstellungskatalog, weil ich es einfach nicht schaffe, so viel Konzentration für so viele Bilder aufzubringen. Deshalb lese ich mir hier immer wieder die Titel durch: Führungskraft. Netzwerker. Freundin. Manager. Botschafterin. Evangelist. Und wie sie alle heißen. Viele haben gar keinen Titel, lassen sich nicht festlegen. Was es mir nicht gerade leichter macht. Nicht unter allen kann ich mir etwas vorstellen und nur wenige finde ich für mich passend. Manchmal habe ich das Gefühl, den Wald vor lauter Bäumen und mich selbst vor lauter Bildern und Erwartungen, Ansprüchen und Wünschen nicht zu sehen.

Deshalb sollte ich langsam mal raus hier! Ich lege den Katalog beiseite, stoße die schwere Glastür auf und stehe auf einmal wieder im echten Leben. Kalte Winterluft begrüßt mich wie eine alte Freundin, die mich immer wieder zurück auf den Boden der Tatsachen holt. Ich merke, dass ich auf die Frage, wie Pfarrdienst geht und welche Art von Pfarrerin ich sein will, noch keine Antwort habe. Ich merke auch, dass ich froh bin, den Pinsel für „mein Pfarrbild“ selbst in die Hand nehmen zu müssen. Das gehört vielleicht einfach zu den Herausforderungen meiner Generation. Ich bin jedenfalls gespannt, was da entstehen wird!

Pfarrdienst, wie geht das?

So manche Berufsbezeichnung hat ihre sprachlichen Tücken:
„Ich bin Vikarin.“ – „Welche Karin?“

Ich gebe zu: Das ein oder andere Mal habe ich mir gewünscht, ich wäre einfach Architektin oder Lehrerin geworden. Das hätten auf Anhieb alle verstanden und sich sogar noch etwas darunter vorstellen können. Als Pfarrerin sollte sich das ändern. Dachte ich. Und dann waren die Erstklässler der felsenfesten Überzeugung, dass man für diesen Beruf auf jeden Fall einen Führerschein braucht und sehr viel in großen Autos oder Bussen unterwegs ist – was zum Teil ja sogar stimmt, aber es lag doch wohl eher daran, dass man hierzulande das P im Pf eher verschludert… Okay, das zählt nicht.

Inzwischen bin ich also Pfarrerin. Und ja, es hat sich etwas verändert. Nicht nur, dass sich unter dem Pfarrberuf die meisten Menschen etwas vorstellen können und Fragen wie „…und was macht man da so?“ meistens ausbleiben.

Stattdessen stehe ich vor anderen Herausforderungen. Zum Beispiel dieser: Pfarrerin zu sein.
Denn so schön es doch ist, meinen Beruf nicht erklären zu müssen, so zahlreich sind doch die Fragen und Erwartungen an ihn. Ich suche und sammle regelmäßig Antworten auf die Frage, wie das eigentlich geht, Pfarrerin zu sein. Was es heißt, was es bedeutet, was es mit der Person macht (also mir!), die dieses Amt bekleidet, d.h. im wahrsten Sinne angezogen hat.
Und das, obwohl sich rein äußerlich nichts verändert hat: Talar und Beffchen sind noch die gleichen, und ich darf all das, was ich auch vorher schon durfte. Nur jetzt mit eigenem Auftrag. Manche Kolleg_innen versuchen auf eigene Art und Weise, das Unsichtbare sichtbar zu machen und tragen seit dem Pfarrdienstbeginn z.B. eine neue Brille oder Frisur, was für mich aus unterschiedlichen Gründen aber nicht in Frage kam.

Ich lasse also das Unsichtbare unsichtbar und merke trotzdem, dass sich etwas verändert. Vielleicht wird ja von selbst etwas sichtbar. Manchmal meine ich, es im Spiegel zu erkennen… Diese Veränderungen kann man nicht anziehen. Man kann sich nicht damit schmücken oder schminken. Sie kommen im Gespräch, in Begegnungen mit Menschen, die immer wieder fragen: „Warum sind Sie Pfarrerin geworden? Was gefällt Ihnen besonders an diesem Beruf?“ Ich treffe Menschen, und ich treffe auf Meinungen, Erwartungen, Vorurteile, Neugier, Fragen und ein ganzes Museum voller Pfarrbilder. Da kann ich mich umgucken, dem Audioguide zuhören (der mich an ausgewählten Bildern vorbeischickt) und mich mit den entsprechenden Künstler_innen unterhalten. Interessant ist das auf jeden Fall! Aber wenn ich nach Hause gehe, habe ich immer noch keine Antworten.

Pfarrdienst, wie geht das?

In der Predigt, die ich heute gehört habe, ging es darum, Dinge geschehen zu lassen. Nicht alles selber tun zu wollen, sondern vertrauen, dass Gott wirkt. Ich bin sehr gespannt auf meine ersten Amtsjahre, in denen ich einerseits dem ein oder anderen Pfarrbild entsprechen werde, in denen ich andererseits selber aussuche, welches Pfarrbild zu mir passt, und in denen ich immer wieder erlebe, dass Pfarrdienst auch heißt, Gott wirken zu lassen.

Trotzdem werde ich mich in der nächsten Zeit viel mit dieser Frage beschäftigen, wie Pfarrdienst geht, was es für mich bedeutet und was für eine Pfarrerin ich bin oder sein will. Ich werde mir einige Pfarrbilder von ganz nah oder mit viel Abstand ansehen und werde viel nachdenken, reden und natürlich hier schreiben.

Gnade verpflichtet

Predigt für den 11. Januar 2015 über Röm 12,1-8

Liebe Gemeinde,

woran erkennt man eigentlich einen Christen? Im Straßenverkehr meistens an dem Fischaufkleber rechts vom Nummernschild, und auf evangelischen Autos klebt direkt daneben: „Ich bremse auch für Katholiken“.
So viel Wahrheit in einem Witz.
So viel Identität in einem Aufkleber.

Nach den Ereignissen der letzten Woche mag es Zufall oder Absicht sein, dass diese Predigt mit einem Witz beginnt (und noch nicht mal mit einem besonders guten, denn es gibt weitaus bessere und klügere und witzigere christliche Witze). Nach den Ereignissen der letzten Woche wissen wir – wieder einmal, dass es Menschen gibt, die Humor und Religion zusammen nicht aushalten können und die niemals über sich selbst, geschweige denn Gott lachen könnten und es auch nicht ertragen, wenn andere es tun. Dass da zweidimensionale Worte und Zeichnungen lebendig werden, zu Angriffen auf die eigene Identität, dass sie verletzen, beschämen und Gott lästern – angeblich. Weil so viel Wahrheit in einem Witz steckt und so viel Identität in einem Glauben und nicht immer das eine vom anderen getrennt wird.

Die Frage, woran man einen Christen erkennt – auch und gerade, wenn sie nicht Teil eines Witzes ist – stellt sich heute mehr denn je. Sie drängt sich auf in diesen Tagen, in denen die Eindrücke der Jahresrückblicke, die uns Funk- und Fernsehkanäle auf Ohren und Augen drückten, noch ganz frisch sind. Die Frage drängt sich auf, wenn wir die Bilder vor unserem inneren Auge vorüberziehen lassen, die die Meldungen des letzten und dieses ganz jungen Jahres mit sich brachten:

Menschenrechtsverletzungen.
Unterdrückung.
Flucht. Flüchtlinge. Männer und Frauen und Alte und Kinder. Menschen, die alles zurücklassen, um nichts zu gewinnen.
Terror und Hass.
Grausamkeiten.
Hinrichtungen.
Krieg im Namen Gottes.
Und Proteste.
Immer wieder Proteste.

Und immer wieder die Frage: Wie verhalte ich mich als Christ dazu? Was wird von mir erwartet? Wozu bin ich verpflichtet? Was soll ich sagen? Was soll ich meinen? Was soll ich tun?
In diesen Tagen drängt sich die Frage nach umfassender Identität auf. Christsein will erkennbar sein. Sichtbar. Hörbar.

Dieses Bedürfnis ist so alt wie das Christentum selbst. Und noch älter.
Es beschäftigte die ersten Christen, die als zwei oder drei in Jesu Namen zusammen kamen.
Die, die sich heute in Gottes Namen versammeln.
Die Christen in den Wohnzimmerkirchen und den Kathedralen.
Auf der Straße und in Krankenhäusern, in Gefängnissen und Kindergärten.
Woran erkennt man einen Christen?

In einem alten Brief, vor fast zweitausend Jahren an Christen in Rom geschrieben, steckt eine umfassende Antwort. Und darin ganz viel Gutes und Wichtiges, wie ein kleines Glaubensbekenntnis, als Appell an alle Christen geschrieben. An die in Rom. Und die in New York und Sri Lanka, in London und Paris, in Berlin, Düsseldorf, Willich und in Neersen.

Ich lese aus dem Brief des Apostel Paulus an die Römer, aus dem 12. Kapitel in der Neuen Genfer Übersetzung: 1 Ich habe euch vor Augen geführt, Geschwister, wie groß Gottes Erbarmen ist. Die einzige angemessene Antwort darauf ist die, dass ihr euch mit eurem ganzen Leben Gott zur Verfügung stellt und euch ihm als ein lebendiges und heiliges Opfer darbringt, an dem er Freude hat. Das ist der wahre Gottesdienst, und dazu fordere ich euch auf. 2 Richtet euch nicht länger nach ´den Maßstäben` dieser Welt, sondern lernt, in einer neuen Weise zu denken, damit ihr verändert werdet und beurteilen könnt, ob etwas Gottes Wille ist – ob es gut ist, ob Gott Freude daran hat und ob es vollkommen ist.
3
Ich rufe daher aufgrund der Vollmacht, die Gott mir in seiner Gnade gegeben hat, jeden Einzelnen von euch zu nüchterner Selbsteinschätzung auf. Keiner soll mehr von sich halten, als angemessen ist. Maßstab für die richtige Selbsteinschätzung ist der Glaube, den Gott jedem in einem bestimmten Maß zugeteilt hat.
4
Es ist wie bei unserem Körper: Er besteht aus vielen Körperteilen, die einen einzigen Leib bilden und von denen doch jeder seine besondere Aufgabe hat. 5 Genauso sind wir alle – wie viele ´und wie unterschiedlich` wir auch sein mögen – durch unsere Verbindung mit Christus ein Leib, und wie die Glieder unseres Körpers sind wir einer auf den anderen angewiesen. 6 Denn die Gaben, die Gott uns in seiner Gnade geschenkt hat, sind verschieden. Wenn jemand die Gabe des prophetischen Redens hat, ist es seine Aufgabe, sie in Übereinstimmung mit dem Glauben zu gebrauchen.
7
Wenn jemand die Gabe hat, einen praktischen Dienst auszuüben, soll er diese Gabe einsetzen. Wenn jemand die Gabe des Lehrens hat, ist es seine Aufgabe, zu lehren. 8 Wenn jemand die Gabe der Seelsorge hat, soll er anderen seelsorgerlich helfen. Wer andere materiell unterstützt, soll es uneigennützig tun. Wer für andere Verantwortung trägt, soll es nicht an der nötigen Hingabe fehlen lassen. Wer sich um die kümmert, die in Not sind, soll es mit fröhlichem Herzen tun.

Alte Worte. So alt wie das Christentum selbst. Und heute besonders wichtig, weil die Fragen dringend sind. Woran erkennt man mich als Christen? Wodurch wird Zugehörigkeit sichtbar? Und wie viel Abgrenzung darf sein?

Paulus hat darauf wie fast immer eine sehr umfassende Antwort. Große Worte werden da genannt: Vom wahren Gottesdienst ist die Rede, vom sich-Gott-zur-Verfügung-Stellen, von der richtigen Selbsteinschätzung und dem angemessenen Umgang mit den eigenen Gaben. Nicht alle dieser Worte erklären sich von selbst. Manche erklären oder ergänzen einander und andere brauchen noch ein bisschen mehr Erklärung. Oder Differenzierung. Denn bei Paulus hängt irgendwie oft alles mit allem zusammen und alles erscheint gleich wichtig. Besonders zwei seiner Gedanken finde ich hier und heute besonders interessant und besonders wichtig.

Der eine ist: Jeder Christ ist anders.
In dem, was Paulus beschreibt, wird Christsein ganz lebendig. Du bist, was du tust. Und was du kannst. Eine Gabe wird Aufgabe. Ein Talent wird Amt. Da wird nicht gefragt, was gebraucht wird. Da wird gefragt, was du mitbringst. Das ist entlastend, denn du musst dich nicht verbiegen. Heute würden wir das vielleicht ressourcenorientiert nennen.
Ich finde es herausfordernd, die Strukturen aus der eigenen Gemeinde damit zu vergleichen. Zu fragen: Wonach suchen wir uns eigentlich unsere Mitarbeiter aus? Die Haupt- und die Ehrenamtlichen? Und wer macht die Vorgaben? Wie viel Freiheit lassen wir einander bei den Überlegungen, wer wofür zuständig ist und wer welche Aufgabe bekommt? Und wo setzen wir einander Grenzen? Wie viele unterschiedliche Gaben haben wir? Und welche sind noch unentdeckt?

Paulus fordert beides: Einheit und Verschiedenheit. Freiheit und Grenzen. Denn so sehr er dafür plädiert, dass jeder seine eigenen Gaben einsetzt, so klar sind seine Vorstellungen von denjenigen Gaben, die für eine christliche Gemeinde unentbehrlich sind – denn Paulus wählt seine Beispiele für gewöhnlich sehr bewusst und mit viel Sorgfalt aus. Zum Beispiel die sieben Gaben. Die ersten vier sind mehr Amt als Tätigkeit, mehr Nomen als Verb.
Prophetie.
Diakonie.
Lehre.
Seelsorge.
Stichworte, die so oder ähnlich in jeder Gemeindekonzeption und jedem Leitbild vorkommen, als Kategorie des Gemeindelebens oder als Kernaufgabe. Aber es bleiben große Worte, große Hauptworte. Lassen wir die Nomen mal Verben werden:
Verkündigen und Botschafter sein. Gottes Nachricht weitersagen. Das ist Prophetie.
Beauftragt werden und helfen. Einen Dienst tun. Das ist Diakonie.
Unterrichten und erklären. Antworten suchen. Das ist Lehre.
Zuhören und kümmern. Einfach nur da sein. Das ist Seelsorge.

Hier passiert Kirche. Hier ist Christsein lebendig. Denn diese Gaben sind unentbehrlich für jede Gemeinde. Und jeder Christ füllt sie auf seine Weise. Denn so konkret diese vier Gaben von Paulus genannt und beschrieben werden, so sehr lassen sie Spielraum für die eigene Persönlichkeit, eigene Vorlieben, eigene Meinungen und eigenen Glauben. Denn diese vier sind so wichtig für eine Gemeinde, dass jegliche Konkretion Vielfalt einschränken würde und Buntheit unmöglich wäre.

Die anderen drei Gaben werden zwar mit den anderen in einem Atemzug genannt, heben sich aber etwas ab: Sie sind mehr Verb als Nomen. Mehr Handlung als Amt. Mehr Tun als Sein. Von materieller Unterstützung ist da die Rede, von Verantwortung für andere (also auch Leitungs- und Verwaltungsaufgaben) und vom Kümmern um die, die in Not sind. Hier wird Christsein konkret und eindeutig. Vor allem aber wird in diesen Gaben Christsein erkennbar. Weil diese und alle anderen Gaben dafür sorgen, dass der Leib Christi lebendig bleibt.

Und weil hier der zweite wichtige Gedanke von Paulus ins Spiel kommt: Gottes Gnade macht es möglich. Gnade, das ist schon wieder so ein großes Wort. Aber den Lesungstext noch im Ohr, wird Gnade ganz plastisch. Gott spricht: Siehe, das ist mein lieber Sohn, an ihm habe ich Wohlgefallen. So schenkt Gott immer wieder Gnade: Siehe, du bist mein liebes Kind, du gefällst mir. Mit allem, was du hast und was du kannst und was du tust und was du lässt. Gottes Gnade verleiht Autorität. Zu tun, was ich kann und zu lassen, was ich nicht tun muss. Denn Gottes Gnade verpflichtet nur zu einem einzigen, nämlich zum Christsein. Und dass es erkennbar ist.

Denn Gottes Gnade macht Vielfalt möglich. Denn wir sind alle Glieder am Leib Christi. Wir sind aufeinander angewiesen. Wir kümmern uns umeinander. Wir tragen Sorge füreinander und tragen einander die Sorgen. Weil die Last dann leichter wird. Wir beten für die, denen die Worte fehlen, wir sitzen bei denen, die sonst niemanden haben. Wir weinen mit den Traurigen und wir lachen mit den Fröhlichen.

Gottes Gnade macht nicht nur Vielfalt, sondern auch Einheit möglich. Als Glieder am Leib Christi sind wir mit Jesus Christus verbunden. Er verbindet uns mit Gott und er verbindet uns Menschen miteinander. Im Abendmahl wird das besonders spürbar.

Aber was werden wir tun, wenn wir diesen Gottesdienst verlassen, wenn wir wieder zu Hause sind, in unserem Alltag, konfrontiert mit Nachrichten und Bildern? Was werden wir tun? Was werden wir dem entgegen halten?
Wie wird unser wahrer Gottesdienst weiter gehen, wenn dieser Gottesdienst hier zu Ende ist? Wie werden wir uns als Christen erkennbar zeigen?
Ich denke und hoffe:
Man wird mehr von uns sehen als einen Autoaufkleber.
Man wird mehr von uns hören als ein Schweigen.
Auf religionsfeindlichen Demonstrationen wird man uns nicht finden.
Von ausländerfeindlichen Kundgebungen werden wir uns fernhalten.
Wir werden beten, wir werden klagen und wir werden loben.
Glauben werden wir und hoffen. Und lieben.
Für Gerechtigkeit werden wir uns einsetzen, auf den Frieden werden wir hoffen und lieben werden wir das Leben.
Wir werden viel weinen und wir werden noch mehr lachen.
Denn wir werden erzählen von Gott, der die Welt so sehr liebt, dass er seinen eigenen Sohn gibt, um sie zu retten.
Von Jesus Christus werden wir erzählen, der den Tod mit dem Leben besiegt hat.
Vom Heiligen Geist werden wir erzählen, der Leben ermöglicht. Und Lachen. Über Witze. Über die klugen und die flachen, über die ironischen und die sarkastischen.

So werden wir erzählen vom dreieinigen Gott, von unserem Glauben, der inspiriert und fasziniert, begeistert und euphorisiert. Vom Glauben, der zum Schmunzeln und zum Lachen bringt. Von Gott, der alle Tränen in seiner Hand sammelt: Die, die aus Wut und Enttäuschung geweint werden genauso wie alle Freudentränen.

So werden wir als Christen erkennbar sein. Man wird uns sehen und man wird uns hören. Jede und jeden von uns mit der eigenen Stimme, dem eigenen Gesicht. Und gemeinsam als Glieder am Leib Christi.

Amen.

Nr. 10 von 10…

…Dingen, die ich im Vikariat gelernt habe: „Tschüs“ heißt „Gott befohlen“!

Seit dem 01. April 2012 steht fest, dass meine Ausbildung im Oktober 2014 beendet und ich spätestens ab 2015 etwas anderes machen werde. Dass ich woanders sein werde. Dass jetzt die Zeit des Verabschiedens gekommen sein werden wird (…ich bin verwirrt: Ist das jetzt Futur III? Ihr wisst, was ich meine… )
Jetzt ist die Zeit des Verabschiedens. Das ist seit zweieinhalb Jahren klar. Und trotzdem kommt sie überraschend, diese Zeit und diese Herausforderung… Vielleicht, weil die Zeit wie im Flug verging? Vielleicht, weil man lieber die gemeinsame Zeit genießt, anstatt heute schon daran zu denken, dass man sich übermorgen verabschieden muss?

Vor zwei Wochen war ich beim Blick auf den Kalender selbst überrascht: Wie, schon so spät?! Und so schnell können auch zwei Wochen vorbei gehen. Heute bin ich also den letzten Tag meines Lebens Vikarin und morgen beginnt mein Pfarrdienst(verhältnis auf Probe – wenn man es genau nimmt, aber das tue ich nicht, denn Pfarrerin bin ich so oder so.) Und damit ist nicht nur das Ende meiner Ausbildung besiegelt, sondern damit steht auch der andere Aufbruch vor der Tür, lässt sich jetzt nicht mehr wegdenken: Dass es Zeit ist, sich zu verabschieden. Nicht nur vom Vikariat, sondern auch von der Gemeinde. Auch wenn man mich hier und da noch trifft – im Konfi, in der Kinderkirche und in Gottesdiensten – werde ich schon andere Aufgaben haben und woanders unterwegs sein. Ich werde weg sein. Ich werde gehen. Und fange jetzt schon damit an. Deshalb ist dieser Beitrag auch schon mehr Verabschiedung als ich es mir vor zwei Wochen noch gedacht hätte.

Also schaue ich mir genau diese letzten zwei Wochen nochmal an: Ich habe meine Erfahrungen der letzten zweieinhalb Jahre ein bisschen geordnet, aufgegräumt, gesäubert, abgelegt, neu sortiert, unter die Lupe genommen, aus der Distanz betrachtet, sie in Schubladen gesteckt, ihnen Etiketten verpasst und sie weggepackt. Nicht in den Keller, aber zumindest in ein Regal in Kellernähe. Das soll nicht heißen, dass ich vergessen will, im Gegenteil! Das, was ich in den letzten zweieinhalb Jahren erlebt habe, passt in kein Regal, keinen Vikariatsbericht, keinen Blog und kein Tagebuch der Welt. Weil es so unglaublich viel ist, tut es mir gut, wenigstens einen Teil davon erstmal „aus den Füßen“ zu haben. Nicht aus den Augen und nicht aus dem Sinn, sondern immer noch so nah, dass ich jederzeit dran kann, es aber nicht muss.

Ich stehe immer noch auf der Schwelle. Und finde in Abraham einen prominenten Leidensgenossen. Wer so auf der Schwelle steht, blickt wehmütig zurück auf das, was war. Muss sich verabschieden und Liebgewonnenes zurücklassen. Was sagt man dann?
Auf Wiedersehen? Obwohl es vielleicht keins geben wird?
Ciao? Viel zu sehr Jugendsprache aus den Neunzigern!
Tschüs? Viel zu nichtssagend!

Moment!? Da habe ich im Vikariat aber was anderes gelernt: „Tschüss“ heißt „Gott befohlen“! Gut, manch einer braucht da kein Vikariat für, sondern schaut in das gängige online-Lexikon und wird auch da fündig. Aber wenn man das (wie ich) nicht getan hat, ist dieser Moment im Predigerseminar, wenn es um die Verabschiedung z.B. nach einem Besuch im Krankenhaus geht und der Dozent uns „Gott befohlen“ ans Herz legt, was keinem der Kolleg_innen so richtig über die Lippen kommen mag, was wir aber jedes Mal sagen, wenn wir uns mit „Tschüs“ verabschieden, sehr erhellend!

Jemanden Gott anzubefehlen, ist eine feine Art, sich zu verabschieden. Damit wird der Abschied nicht nur eine Sache zwischen zweien, sondern dreien. Und deshalb habe ich in Abraham nicht nur einen prominenten Leidens-, sondern auch Glaubensgenossen. An dem deutlich wird, dass Gott was mit uns vorhat, von dem wir Schritt für Schritt (und das ist wörtlich zu nehmen!) erfahren werden. Dass er sich sorgt um die, die gehen und die, die bleiben. Dass er seinen Segen gibt über Abbrüchen, Umbrüchen und Aufbrüchen. Über Abschieden und Neuanfängen.

So stehe ich also auf der Schwelle, blicke zurück auf das, was war und schaue dem entgegen, das kommt. Hoffentlich stehe ich da nicht alleine. Denn sich verabschieden und neu anfangen müssen in der nächsten Zeit alle, mit denen ich hier regelmäßig tolle Arbeit gemacht habe. Alle, die wir uns in den letzten zweieinhalb Jahren nah gekommen sind. Hoffentlich stehen sie alle auch hier und singen/sprechen/lesen für sich selbst, was Klaus Peter Hertzsch in den Achtzigern gedichtet hat:

Vertraut den neuen Wegen, auf die uns Gott gesandt!
Er selbst kommt uns entgegen. Die Zukunft ist sein Land.
Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit.
Die Tore stehen offen. Das Land ist hell und weit.

Nr. 9 von 10…

…Dingen, die ich im Vikariat gelernt habe: Der Weg ist das Ziel.

Als sich im September das Ende der Examenszeit abzeichnete, man mich regelmäßig fragte, wie es mir denn gehe und ich ebenso regelmäßig wie automatisiert antwortete, ich sei froh, dass die Lernerei bald ein Ende haben werde, erntete ich nicht etwa verständnisvolles Nicken, sondern in den allermeisten Fällen ein verschmitzt-altkluges Lächeln, und dann diesen Satz, den ich nach dem dritten Mal schon nicht mehr hören konnte und mich immer noch damit schwer tue: „Sie werden Ihr ganzes Leben lang lernen…“

Warum ich mich schwer tue? Der Satz stimmt zwar. Aber ist er auch wahr? Er muss sich doch für mein Leben und mein Berufsleben erst bewahrheiten, also sich als Wahrheit erweisen! Das ist das eine.
Das andere ist, dass ich schon ahne, wie sehr er sich bewahrheiten wird, weil es unausweislich ist, dieses Lernen. In den letzten zweieinhalb Jahren wurde mir eben genau diese Binsenweisheit sehr sehr klar. Und dass das Pfarramt kein Beruf wie jeder andere ist, sondern ein Dienst und eine Berufung und ein Leben. Du wirst nie ausgelernt haben. Du wirst nie fertig sein.

Warum eigentlich? Ach so, ja, weil das Leben eine Reise ist? Wir gehn dahin und wandern / von einem Jahr zum andern, schreibt Paul Gehrhardt im 17. Jahrhundert. „Der Weg ist das Ziel“, sagt man heute. Normalerweise finde ich diese Bilder von „Kirche auf Wanderschaft“, „Wir sind alle Pilgerinnen und Pilger“, „Gemeinde unterwegs“, „Wir sind alle Suchende“ und ähnliche sehr dürftig; meiner Meinung nach werden sie oft eher unreflektiert benutzt, z.B. um davon abzulenken, dass einem gerade kein besseres Bild eingefallen ist. Aber das führt jetzt vielleicht zu weit.

Was ich sagen will: Der Weg ist das Ziel. Ja. In meinem Fall stimmt das und ist auch noch wahr! In den letzten Jahren bin ich einen unglaublich langen Weg gegangen, der mir beim Gehen sehr viel länger vorkam als er in Wirklichkeit gewesen ist – aber das ist bei Spaziergängen oder Autofahrten auf unbekannten Strecken ja immer so. Ich bin den Weg aber nicht nur gegangen, ich habe mich durch scheinbar undurchdringliches Dickicht geschlagen („Da musst du jetzt durch!“), habe auf Lichtungen die Sonne genossen („Herrlich hier!“), habe mich verirrt („Wo bin ich hier gelandet?!“), mich ausgeruht („Urlaub!“) und noch viel mehr erlebt als in irgendein Tagebuch passen könne – und stehe jetzt an dieser Gabelung. Die doch kein Ziel ist. Denn der Weg ist es ja. Die sich aber trotzdem so anfühlt. Zumindest wie ein Etappenziel.
Dieser Moment, nachdem du eine Weile blindlings drauflosgegangen bist, immer weiter, einen Schritt nach dem anderen, und du irgendwann stehenbleibst und wie zum ersten Mal wahrnimmst, dass du unterwegs bist. So ein Moment ist das jetzt, in diesen Tagen.

Ich stehe also an dieser nächsten Gabelung. Mit dreckigen, staubigen Schuhen. So nehme ich die letzten Jahre immerhin noch ein Stückchen mit und lasse sie Schritt für Schritt hinter mir, wenn die noch feuchte Erde langsam trocknet und aus der Schuhsohle herausbröselt…

Und auch wenn sich beim Verabschieden das Thema „Weg“ nahe legt: Es KANN KEIN ZUFALL SEIN, dass ich gerade heute Abend von einer Gruppe in der Gemeinde eine Postkarte mit selbstgeschriebenen Zeilen bekam, als hätten sie gewusst, worüber ich heute schreiben werde (vorne ein Foto von einer Wendeltreppe): „Mal seh’n, wo dein Weg dich so hinführt… Auf jeden Fall weiter…nach oben…wieder runter…lass‘ dich überraschen.“ Genau das werde ich tun – etwas anders bleibt mir wohl auch nicht übrig, oder?!

P.S.: Am Freitag poste ich die letzte Nummer, die Nr. 10 von 10 Dingen, die ich im Vikariat gelernt habe. Am letzten Tag als Vikarin. Man liest sich!

Nr. 8 von 10…

…Dingen, die ich im Vikariat gelernt habe: Wen man nicht alles trifft!

Wenn man – wie ich es in den letzten zweieinhalb Jahren getan habe – intensiv eine Gemeinde besucht, verlässt man den Beobachtungsposten nie ganz, egal wie sehr man Teil des Ganzen wird. An manchen Tagen kam ich mir vor wie in einem riesigen, interaktiven Museum: Immer wieder bin ich zum Staunen stehen geblieben, oder um mir etwas erklären zu lassen; habe mich hierhin und dorthin treiben, hier inspirieren und dort berühren lassen, konnte hier mitreden und dort hinterfragen, hier etwas geben und dort etwas mitnehmen. Habe mir Strukturen und Konzepte, Ideen und Visionen angesehen und Anekdoten, Biographien und Erinnerungen angehört. Manchmal war ich nah an der Reizüberflutung angesichts der vielen Eindrücke.

Natürlich hinkt der Vergleich mit dem Museum, denn es klingt so als würde in einer Kirchengemeinde etwas ausgestellt, das es bloß wert wäre, betrachtet zu werden. Als wäre sie ein Ort voller Theorie. Dabei ist der nicht nur interaktiv, sondern auch lebendig. Hier erzählen sich Menschen nicht nur bloße Geschichten vom Glauben und Zweifeln, sondern leben sie. Deshalb bin ich auch oft genug stehen geblieben, um zu staunen, wen man hier alles trifft:

Himmelsstürmer und Erdenbürger
Gewohnheitsmenschen und Abenteurer
Revolutionäre und Friedensstifter
Sturköpfe und Querdenker
Gottesfürchtige und Kleingläubige
Wanderprediger und Einzelgänger
Hirten und Schafe
nämlich schwarze und weiße, graue, blaue, grüne, gelbe und pinke
gepunktete, gestreifte und kleinkarierte…

Im Moment sehe ich die größte Herausforderung an mich als angehende Pfarrerin, diese bunte Mischung, diese Vielfalt noch anders wertzuschätzen denn als „rheinischen Pluralismus“, auf den man hierzulande (oder sagt man dann „hierzulandeskirchens“?) so stolz ist – und der ja auch mehr die vielfältigen Bekenntnistraditionen als die Vielfältigkeiten menschlichen Lebens meint. Denn es ist doch mehr als das. Hier geht es um etwas anderes. Hier glauben, hoffen und lieben Menschen miteinander.

Ich bin dankbar für alle Menschen, die ich in den letzten zweieinhalb Jahren getroffen und für jede Lebens- und Glaubensgeschichte, die ich nicht nur beobachtet, sondern auch miterlebt habe. Bald werden viele neue dazu kommen. Was haben die Menschen anderswo zu erzählen, wie leben und glauben sie? Wen werde ich anderswo treffen? Wie wird mich das verändern?…

Nr. 7 von 10…

…Dingen, die ich im Vikariat gelernt habe: Wer nicht fragt, bleibt…dumm?!

Was die Sesamstraße schon lange weiß, kennt die jüdische Tradition schon viel länger: Wenn dein Kind dich morgen fragt…ja, was sagst du dann? Was wirst du ihm erzählen? Welche Antworten wirst du ihm geben? Wie wirst du von deinem Glauben sprechen? Was lernt es von dir?

Antworten auf die wichtigen Fragen des Lebens zu haben, spielt nicht nur zwischen Eltern und Kindern eine Rolle, sondern für mich ist das der Kern von Gemeindepädagogik. Bei Taufen benutze ich zum Beispiel gerne die Formulierung von Tauffragen aus der Nordkirche, in denen das gut zum Ausdruck kommt. Da lautet die Frage an die Gemeinde: „Wollt ihr dieses Kind in eure Mitte aufnehmen, es mit eurem Gebet begleiten und dazu helfen, dass es mit uns glauben, hoffen und lieben lernt…?“

Es ist spannend, reizvoll, herausfordernd und absolut lohnenswert, sich den Fragen von Kindern, Jugendlichen, Frauen, Männern, Senioren und überhaupt allen zu stellen, die in keine Schublade passen. Hier ein kleines Sammelsurium aus den letzten zweieinhalb Jahren, unsortiert und willkürlich, denn eine Ordnung und Wertung steht mir nicht zu, und auf Vollständigkeit erhebe ich erst recht keinen Anspruch:

Was ist der Mensch?

Woher kommt das Böse?

Warum lässt Gott Leid zu?

Warum gibt es ein Altes und ein Neues Testament?

Warum werden evangelische Pfarrer_innen nicht geweiht?

Ist der Teufel ein gefallener Engel und ein Geschöpf Gottes?

Welche Verantwortung habe ich als Christ_in gegenüber der Welt?

Was passiert nach dem Tod? Sehen wir uns wieder?

Was geschieht mit meiner Kirchensteuer?

Glauben alle Menschen an den gleichen Gott?

Kann ich an den Urknall und an die Schöpfung gleichzeitig glauben?

Was ist Sünde?

Wann gibt es endlich Frieden?

Was passiert beim Beten?

Glauben Pfarrer_innen alles, was in der Bibel steht?

Wer hat eigentlich gesagt, dass Gott „Gott“ heißt?

Wer hat die Bibel geschrieben?

Wie tief muss ich fallen, um von Gottes Hand aufgefangen zu werden?

Warum gibt es an Weihnachten immer ein Krippenspiel?

Warum soll ich in den Gottesdienst gehen?

Durch welche Fragen wird diese Liste wohl in den nächsten Jahren ergänzt werden? Ich könnte ja jetzt schon mindestens bis übermorgen an ihr schreiben…! Anscheinend ist die Nachfrage an Antworten groß. Sehr groß! Also: Wer nicht fragt, bleibt dumm?! Ich würde es positiv formulieren: Wer fragt, bekommt ganz viel geschenkt. Das Ringen um die richtigen Worte und die Suche nach der passenden Antwort. Die jüdische Tradition macht es doch vor: Wer fragt, lernt. Glauben und Leben.

Auch dafür liebe ich meinen „Beruf“. 🙂

P.S.: Morgen geht’s genau hier weiter, und zwar mit der Nr. 8 von 10 und ein paar Gedanken zu denen, die hinter den Fragen und den Antworten stecken. Man liest sich!